Mehrgenerationenwohnen – mehr miteinander, weniger allein?

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Laut Definition von „GenerationenWohnen Thunstrasse Burgdorf“ bedeutet Mehrgenerationenwohnen „das Zusammenleben mehrerer Generationen in einem Wohnmodell, mit dem erklärten Ziel, ein soziales Netz zu bilden“.

Mehrgenerationenwohnen in BETTERHOMES Town

Frau Müller arbeitet Vollzeit als Versicherungsangestellte in BETTERHOMES Town und ist alleinerziehende Mutter der dreijährigen Laura. Auf der Suche nach der optimalen Betreuung für ihre Tochter ist sie auf die Wohnform „Mehrgenerationenwohnen“ gestossen. Tatsächlich existiert seit Neuerem eine solche Siedlung in BETTERHOMES Town. Frau Müller verspricht sich einiges von dieser Wohnform: Gegenseitiges Unterstützen, Nachbarschaftshilfe und Gesellschaft.

 

„Eine Gemeinschaftsinfrastruktur bietet die räumlichen Voraussetzungen für eine aktive Bewohnerschaft. Durch die gelebte Vielfalt ergeben sich neue Lebensaspekte und es wird so ein Netzwerk sowohl unter den Bewohnerinnen und Bewohnern als auch mit den Gewerbebetrieben gefördert.“ Hausverein Giesserei, Winterthur


Warum existiert das Bedürfnis nach Mehrgenerationenwohnen?

Das Mehrgenerationenwohnen «bietet Antworten auf Veränderungen in der Gesellschaft», so liest man beim Förderverein Generationenwohnen-Bern-Solothurn. Die Menschen werden immer älter, was das Bild unserer Gesellschaft verändert. Ältere Menschen sind länger vital und aktiv und haben das Bedürfnis, möglichst lang autonom und selbständig an ihrem präferierten Wohnort zu leben. Auch für erwerbstätige Eltern oder alleinerziehende Elternteile bietet diese Wohnform viele Vorteile; so zum Beispiel Entlastung bei der Kinderaufsicht.

Mehrgenerationenwohnen entsteht jedoch nicht automatisch, es müssen verschiedene Kriterien erfüllt sein. Laut Generationenwohnen Bern-Solothurn muss das Mehrgenerationenwohnen unter anderem altersmässig und sozial durchmischt sein, eine Nachbarschaftshilfe zwischen den Generationen und der Aufbau eines sozialen Netzwerks muss gegeben sein. Zudem soll die Autonomie der Bewohnenden gewährleistet sein, Rückzugsmöglichkeiten müssen gegenben sein.

Die Giesserei, das Mehrgenerationenhaus in Winterthur, bietet über 150 Wohnungen für junge und alte Menschen von 1,5 Zimmer-Grösse bis 9-Zimmer-Grösse. Sie ist damit das grösste selbst verwaltete Mehrgenerationenhaus in der Schweiz.  

Zurück nach BETTERHOMES Town

Seit einem Jahr wohnt Frau Müller nun in einer Dreizimmerwohnung im dritten Stock. Wie erhofft hat sie sich dort schnell eingelebt und mit ihren Nachbarinnen und Nachbarn angefreundet. Die 77-jährige verwitwete Frau Guggenbühl wohnt nebenan. Sie hütet Laura gerne einmal in der Woche tagsüber und geniesst ihre Gesellschaft, während Frau Müller sie im Gegenzug mit ihren Einkäufen unterstützt.

An schönen Sommertagen grillieren die Bewohnerinnen und Bewohner im gemeinsamen Garten. Neben gemeinsamen Freizeitaktivitäten gilt es natürlich auch, die Siedlung zu pflegen. So gehört das Bewirtschaften des Gartens genauso zum Aufgabenbereich der Bewohnerinnen und Bewohner wie das Aufräumen und Sauberhalten des Aufenthaltsraums. Aber auch dort hat sich bereits eine Routine eingestellt.

„Generationenbeziehungen spielen in verschiedenen Politikbereichen eine Rolle, so etwa bei der Familien-, Alters- oder Jugendpolitik. Viele politische Massnahmen beeinflussen Generationenbeziehungen – teilweise werden letztere auch ganz direkt zu einem politischen Gegenstand gemacht. In der Schweiz gründete das Bundesamt für Sozialversicherung im Jahr 2006 eine Geschäftstelle ‚Familie, Generationen und Gesellschaft‘.“
Vergleichsstudie zur politischen Gestaltung von Generationenbeziehungen / Generationenpolitik in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Italien.

Klingt nach idyllischem Zusammenleben – ist dies alles nicht zu schön, um wahr zu sein?

In Deutschland wurde untersucht, ob das Generationenwohnen auch tatsächlich die von «Forschung, Medien, Akteuren des Wohnungsmarktes und der Politik vorgebrachten hohen Erwartungen in den tatsächlich gelebten Unterstützungsbeziehungen widerspiegeln“, so liest man im Artikel „Unter einem Dach“ vom Goethe Institut. Es wurde festgestellt, dass man sich zwar oftmals gegenseitig unter die Arme greift, es sich jedoch mehrheitlich um normale Unterstützungsleistungen handelt, die keine grosse Verbindlichkeit erfordern. So kann man zum Beispiel nicht erwarten, dass die die anderen Bewohnerinnen und Bewohner der Mehrgenerationenhäuser die Pflege übernehmen. Aber: Wird dies und kann dies erwartet werden? Dass sich mit der Lebensform des Mehrgenerationenwohnens tatsächlich alle Probleme lösen, die sich durch den demografischen Wandel ergeben, ist unwahrscheinlich, wenn nicht gar naiv.

Für wen also ist diese Wohnform geeignet?

Natürlich nicht für alle. Man muss sein Leben gerne auf die eine oder andere Weise teilen wollen. Sich nur Vorteile zu verschaffen, funktioniert nicht, es ist stets ein Geben und Nehmen. Man kann jedoch sicherlich nicht nur Entlastung und Unterstützung, sondern auch Gesellschaft durch seine Nachbarinnen und Nachbarn gefunden. Wenn es das ist, was man sucht, kann man so bestimmt nicht nur gemeinschaftlich leben, sondern auch neue Familienmitglieder gewinnen.

Fotos: © Pexels

 

Bilder: © Pexels und BETTERHOMES AG, alle Rechte vorbehalten

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