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Faszination Stadt

betterhomesagGepostet von

Früher zog es die Bürger/innen in die Natur, heute ist es umgekehrt: Immer mehr Menschen – sowohl alte auch als junge – wollen zurück in die Stadt, Tendenz steigend. Dies kommt natürlich nicht von ungefähr: Laut dem Schweizerischen Städteverband befinden sich 53% aller schweizerischen Arbeitsstätten in städtischen Gebieten und 76% aller Schweizer Grossunternehmen (mindestens 250 Beschäftigte) auf städtischem Boden. Neben den Arbeitsmöglichkeiten gibt es oftmals Unterschiede in der Infrastruktur zwischen städtischen und ländlichen Gebieten; so machen lange Fahrtwege und weniger Einkaufsmöglichkeiten die ländlichen Gebiete für viele unattraktiver. Die Konsequenz aus der Landflucht lässt sich in Schweizer Dörfern auch an sinkenden Schülerzahlen erkennen; an vielen Orten mussten bereits Schulhäuser geschlossen werden.

betterhomes town_faszination_stadtBETTERHOMES Town ist nicht so gross wie Zürich oder Basel, aber auch dort spürt man in den letzten Jahren das Phänomen «Faszination Stadt». Petra Ruch, eine Rentnerin aus dem Zentrum von BETTERHOMES Town, erinnert sich noch gut an die Zeit um die 90er Jahre, als genau das Gegenteil der Fall war: «Retour à la nature» hiess es damals, das Haus im Grünen galt als das Zentrum der Sehnsucht. Die Generation der Baby Boomer, die damals in ihren 30ern waren, verliessen beinahe fluchtartig die Stadt. Allein die Stadt Zürich verlor zwischen 1970 und 1990 gut 60’000 Einwohner, auch Basel und Bern verzeichneten ähnliche Rückgänge. Diese finanzstarke Generation zieht es nun in die Städte zurück. (Avenir Suisse, 2017).

Wohnbevölkerungs-Grafik
Daten übernommen von: BfS, Schweizer Städteverband, Statistik der Schweizer Städte 2018

Die obenstehende Grafik zeigt auf, wie sich das Bevölkerungswachstum über die Jahrzehnte entwickelt hat. Deutlich wird, dass es in den meisten Grossstädten zwischen den 1990er und 2000er Jahren einen Bevölkerungsseinbruch – oder zumindest eine Stagnation im Wachstum – gegeben hat. In den Jahren 2006 bis 2016 hat die Stadtbevölkerung wieder zugenommen.

Was Petra Ruch am eigenen Leib spürt, ist schon lange Realität: Die demografischen Verhältnisse haben sich gewandelt: Galt man früher im Alter oft als eingeschränkt und weniger aktiv, zeichnen sich die heutigen Seniorinnen und Senioren oftmals durch Vitalität und Tatendrang aus. Sie legen Wert auf ein vernetztes Leben und Zentralität – und wo kann man das besser umsetzen als in einer Stadt?

Faszination Stadt – und was macht das Land dagegen?

Diese Entwicklungen gehen natürlich nicht spurlos an den ländlichen Gebieten vorbei. Viele Dörfer sind von der Abwanderung gezeichnet und unternehmen unterschiedliche Schritte, um dieser entgegenzuwirken.

Das macht Albinen

Das kleine Dorf Albinen im Kanton Wallis lancierte eine Initiative mit dem Ziel, dem Abwanderungstrend durch den Zuzug von jungen Leuten und Familien entgegenzuwirken. Neue Bewohner/innen sollten mit der Auszahlung erheblicher Geldsummen, nämlich CHF 25’000 für Einzelpersonen, CHF 50’000 für Paare und zusätzlich pro Kind CHF 10’000, angelockt werden. Im Dezember 2017 wurde die Initiative mit einer klaren Mehrheit von 71 zu 29 Stimmen angenommen. Die Auszahlung der Beträge ist natürlich an Verpflichtungen geknüpft; so müssen die Empfänger/innen der Beträge mindestens CHF 200’000 in Albinen investieren und unter 45 Jahre alt sein. Wer innerhalb von zehn Jahren wieder wegzieht, muss das Geld zurückzahlen (SRF).

Das macht Andermatt

In Andermatt werden durch ein Tourismusresort in den nächsten Jahren 1’500 neue Arbeitsplätze entstehen. Es besteht die Hoffnung, dass sich einige der dort Beschäftigten in den umliegenden Dörfern niederlassen werden. Da viele bereits existierende Wohnungen in diesen Dörfern nicht zu vermieten oder sanierungsbedürftig sind, muss für die potentiellen Bewohner/innen anderer Wohnraum gefunden werden. Dafür hat der Kanton Uri zusammen mit der Hochschule Luzern ein Projekt zur Wohnraumförderung angestossen, um diese Dörfer und darunter auch Andermatt wieder attraktiver zum Leben zu machen. Dieses Projekt hat auch für andere Regionen mit denselben Problematiken Modellcharakter und wird vom Bund finanziell unterstützt. Wichtig bei diesem Projekt ist, dass die Bewohner/innen miteinbezogen werden und selbst die Initiative ergreifen. So soll mithilfe von Sanierungen und Umnutzungen Wohnraum erhalten oder geschaffen werden. (Bote, Juli 2018)

Und was jetzt?

Wie sich die Situation in Zukunft entwickeln wird, wird sich zeigen. Die Zeit online (Mai 2018) berichtet, dass heute bereits 55 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben; einer Studie der UNO zufolge werden es im Jahr 2050 schon 68 Prozent sein. Herausforderungen wird es also auf jeden Fall zu bewältigen geben – sowohl für städtische als auch für ländliche Gebiete.

A propos Herausforderungen in städtischen und ländlichen Gebieten: Lesen Sie unseren Artikel zu Airbnb – und die Möglichkeiten und Herausforderungen, die es mit sich bringt!

 

Bilder: © BETTERHOMES AG, alle Rechte vorbehalten

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